Session 1932 + 2021 (Die Parallelen)

   

         Prinzenwappen 1932           Nikolaus I. (Prinz Notverordnung)        Zeitgenössisches Dokument

 

Nikolaus I. (Prinz Notverordnung)

 

1932 brachte eine weitere Verschlechterung der innenpolitischen Situation.Die Zahl der Arbeitslosen wuchs beängstigend, und die Notverordnungen, die von der Regierung des Reichskanzlers Brüning erlassen wurden, schränkten das gesellige Leben immer mehr ein. Jegliche Veranstaltung unter freiem Himmel wurde abgesagt.Wohl oder übel beschränkte man sich lediglich auf Saalveranstaltungen.So fanden zumindest 2 Sitzungen mit Damen statt, bei denen eine Abordnung des AKV zugegen war. Einen Prinz Karneval gab es nicht.
Stattdessen hatte eine lebensgroße Printe, mit weißem Zuckerguss garniert, die hohe Position eingenommen und ging als „Nikolaus I.“ (Prinz Notverordnung) in die närrische Geschichte ein. Allen Schwierigkeiten zum Trotz wurde eine Prinzengarde gegründet und die ersten 8 Uniformen angeschafft. Rot-Gelb, in den Farben der Stadt, ist der Rock gehalten und kornblumen blau die Hose, hierzu der Tschako nach Art der Schill`schen Offiziere. Das junge stolze Corps stellte sich am 24 Januar auf der Galasitzung mit Damen erstmalig vor.
Franz Schuhmacher (Kommandant), Leo Derichs (Tanzmarie), Adolf Creutz (Tanzoffizier), Franz Nagelschmitz (Fähnrich), Ferry de Fries, Peter Beißel, Josef Beißel und Heinz Weber (Offiziere).
Zu den Klängen des Pepitamarsches fand ein glänzendes Debüt statt und die allgemeine Begeisterung über diesen prächtigen Zuwachs der Gesellschaft war groß.

 

 

Session 2021

 

 

      
   Nikolaus II. (Printenmann)                         Prinzenwappen 2021              Gesellschaftsorden 2021

 

Nikolaus II. (Printenmann)

 

Corona zwingt die Gesellschaft zu innovativen Lösungen!

 

Für die Session 2021 drängten sich den Verantwortlichen der Gesellschaft, durch die Corona-Pandemie und die damit verbunden Einschränkungen  von Veranstaltungen und des öffentlichen Lebens, unverkennbare Parallelen zum Jahr 1932 auf.

 

Diese Überlegungen aufgreifend und der sich aufdrängenden großen Parallelen zum Jahr 1932, beschloss der Vorstand der Ersten Grossen, in der Session 2020/2021 trotz aller Widrigkeiten eine Tollität zu proklamieren um auch in der Historie der „Stolberger Prinzendynastie“ keinen weißen Fleck zu hinterlassen. Da dies verständlicherweise keine reale Person sein kann, erinnerte man sich an Nikolaus I. und beschloss, sich dann eben einen „zu backen“. Die Idee zu Prinz Nikolaus II. war geboren.

 

Damals wie heute gab es zwar keine generellen Entscheidungen der Politik Karneval „zu verbieten“, aber einen Prinz Karneval gab es trotzdem nicht und einmal mehr kann man festhalten, dass die organisierten Karnevalisten durchaus verantwortungsvoll und kosmopolitisch agierten und agieren. Stattdessen hatte eine lebensgroße Printe, mit weißem Zuckerguss garniert, die hohe Position der „Urbs Stolbergiensis“ eingenommen und ging als „Nikolaus I“ (Prinz Notverordnung) in die närrische Geschichte ein.

 

Da es eine der wesentlichen Aufgaben der Ersten Grossen Stolberger Karnevalsgesellschaft gegr.1929 e.V. ist, unser Brauchtum Karneval zu feiern und vielen Menschen Freude und Spaß zu bereiten bzw. die Sorgen des Alltags vergessen zu machen, haben wir uns Gedanken gemacht, so Präsident Daniel Heinrichs, wie wir den Menschen, die besonders unter der momentan schwierigen Situation leiden bzw. denen es besonders schlecht geht, eben diese Freude bereiten und ein Lächeln schenken können.

 

Gemeinsam mit Bäcker u. Konditormeister Ingo Tempelmann aus Büsbach wurden neben dem grossen „Printenmann“ viele kleine Printenmänner gebacken um mit diesen, wie oben erwähnt, Freude und ein Lächeln (bspw. auf der Kinderstation des Bethlehem Krankenhauses oder Altenpflegeeinrichtungen) zu verschenken, so Heinrichs. Diese sollen auch eine Art „Kompensation“ zum alljährlichen Hausorden (Prinzenorden) der regierenden Tollität darstellen, welche schon immer eine Wertschätzung Sr.Tollität an seine närrischen Untertanen ob jung oder alt symbolisiert.

 

Backspaß mit Präsident Daniel Heinrichs  und Bäcker u. Konditormeister Ingo Tempelmann    

 

Diesem Umstand folgend, war es nur konsequent den diesjährigen Gesellschaftsorden Nikolaus II. zu widmen. Der Orden, welcher in Alt-Messing ausgeführt ist, zeigt in Reminiszenz an die Session 1932, Nikolaus den I. aus einer Originalvorlage des Gesellschaftsarchivs. Den Oberkörper ziert, entgegen dem Original, das Stolberger Stadtwappen welches seit jeher ein unerlässliches Ausstattungsmerkmal einer jeden Stolberger Tollität ist. Abgerundet wird der Orden, welcher auch seit der Session 2013 als Damenorden an einer Gliederkette gefertigt wird, durch das Vereinswappen und die Kopfbedeckungen der 3 Formationen (Elferrat, Prinzengarde und Ehrenhut) sowie Strass-Steinen die für das entsprechende Funkeln sorgen. Aufgrund der Tatsache, dass es keinerlei Veranstaltungen in der Session 2021 geben wird, wurde der Orden jeweils nur in einer limitierten Serie für die Mitglieder aufgelegt.

 

Da es die pandemische Lage auch nicht zuließ eine Proklamation im herkömmlichen Sinne in den altehrwürdigen Gemäuern der Stolberger Burg durchzuführen, nahm die Gesellschaft eine etwas „andere“ Inthronisierung vor.

 

Am 09.01.2021 wurde in einer (der Pandemielage geschuldeten) stillen Zeremonie, Nikolaus II. standesgemäß auf den Thron der „Urbs Stolbergiensis“ gehoben. Als Paten standen der 1. Bürger der Kupferstadt Patrick Haas sowie Präsident Daniel Heinrichs der neuen Tollität zur Seite. Traditionsgemäß wurde die neue Tollität mit einem Prinzenorden der Goldschmiede Nolte und einer Prinzenkappe, gefertigt durch die Firma „Someone-Lovely“, ausgestattet.
 
Prinzenmütze (Someone-Lovely) und Prinzenorden (Goldschmiede Nolte)
Ab sofort „regiert“ Nikolaus II. seine närrischen Untertanen von seiner „Schaufenster-Ausstellung“ aus.

 

Denn durch die tatkräftige Hilfe des Dekoteams der Gesellschaft (Eckhard Braun, Bernd Pauls, Thomas Beck), Gesellschafts-Archivar Michael Kiel sowie Quartiermeister Michael Crott wurde eine, über 4 Schaufenster reichende, Ausstellung zum Thema Session 2021 und die Geschichte der Stolberger Stadtprinzen von 1929 – bis heute auf die Beine gestellt.

 

„So können wir der Stolberger Bevölkerung ein kleines Stück Tradition und Brauchtum in diesen schweren Tagen näher bringen und vielleicht ein Lächeln ins Gesicht zaubern!“

 

„Auch danken wir den zahlreichen Sponsoren die dieses Vorhaben erst möglich gemacht haben.“ so Präsident Daniel Heinrichs.